Auf unsere Busfahrt nach Seattle folgte die nicht ganz einfache Suche nach unserem Hostel. Dabei durchquerten wir verschiedene Viertel der Stadt und die Unterschiede zu Kanada fielen uns ziemlich schnell auf: die Ampeln sind nicht gelb eingefasst, das Wetter ist milder als in Vancouver und - es gibt deutlich mehr Bettler. Willkommen im Land ohne Sozialsystem!
Das Hostel fanden wir schliesslich im International District, genauer gesagt in Chinatown. Sehr interessant war daher auch der spaetere Lebensmitteleinkauf im Supermarkt um die Ecke: wir haben nicht auf jeder Packung die Inhaltsbeschreibung verstanden und daher eher nach Bildern eingekauft. War trotzdem lecker :)
Unseren einzigen ganzen Tag in Seattle verbrachten wir hauptsaechlich damit, die Space Needle - den Aussichtsturm von Seattle, sozusagen den CN Tower - zu besuchen und den tollen Ausblick zu geniessen. Seattle ist - huegelig. Das durften wir auch bei unserem anschliessenden Stadtspaziergang spueren, da man so gut wie nichts erreichen kann, ohne entweder bergauf oder bergab zu gehen. Die Ausnahme bietet das Wasser: direkt am Ufer ist die Promenade flach und bietet einen schoenen Blick auf den Hafen.Unser Mittagessen begingen wir natuerlich stilecht und unserer Residenz getreu in einem Running Sushi :) Und zwar wieder mit Staebchen!
Unser Flug nach New York ging am naechsten Tag ueber Nacht. Eine auf den ersten Blick gute, auf den zweiten ziemlich schlechte Entscheidung, weil: im Flugzeug machten wir kein Auge zu und es kam noch die dreistuendige Zeitverschiebung hinzu, das heisst wir kamen mit einem dicken Jetlag - im wahrsten Sinne des Wortes - auf dem JFK in New York an. Zuvor allerdings trafen wir am Flughafen Seattle bei unserer Fluggesellschaft auf eine deutsche Mitarbeiterin, die so begeistert davon war, Landsleute zu treffen, dass sie uns die Gebuehren fuer unser Gepaeck einfach mal geschenkt hat. Dankeschoen! :)
In New York um 5.30 Uhr angekommen, verbrachten wir den Vormittag damit, nach Greenwich, Conneticut zu fahren. Warum? Weil dort entferntere Verwandte von mir leben, die sich freundlicherweise bereiterklaert hatten, uns fuer eine Woche bei ihnen aufzunehmen. Als wir diese Odyssee hinter uns und den Tag (fast) ohne Nickerchen rumgekriegt hatten, gab es am Abend zur Belohnung ein richtig schwaebisches Vesper: deutsches Brot und deutsche Wurst, fuer die sie regelmaessig 50 Meilen fahren. Richtig deluxe!
Der naechste Tag war einfach - unglaublich. New York City ist schnell, laut, vielfaeltig, hat in jedem Viertel ein anderes Gesicht, der Hammer und einfach toll :) Schon der erste Tag hat mich voellig umgehauen: Times Square bei Tag und Nacht, Central Park, St. Patrick's Cathedral, 5th Avenue, Grand Central Station... UND ein Tim Horton's, der ganz unauffaellig und klein in einen KFC integriert ist. Da fuehlt man sich doch gleich heimisch :)
In den folgenden Tagen sahen wir so viel von Manhattan wie nur moeglich. Wir fuhren mit der Faehre nach Staten Island, um die Skyline ungehindert geniessen zu koennen - und um die Freiheitsstatue wenigstens vom Wasser aus zu sehen. Wir entschlossen uns gegen eine Fahrt nach Liberty Island, weil die Statue gerade leider renoviert wird und man sie sowieso nicht besteigen kann.
Von der Brooklyn Bridge genossen wir einen Sonnenuntergang wie ich ihn noch nie erlebt habe - einfach unbeschreiblich und ich kann immer noch keine Bilder hochladen! Glaubts mir einfach :)Natuerlich konnten wir auch hier Chinatown nicht weglassen, da sie sogar NOCH beeindruckender als in Vancouver ist. Vergesst, was ich ueber Vancouver geschrieben habe - New Yorks Chinatown ist riesig, voll, eng und ziemlich lebhaft. Sie dehnt sich so schnell aus, dass die benachbarten Italiener in Little Italy eine Grenze gezogen haben, ab der keine chinesischen Schriftzeichen mehr angebracht werden duerfen. Auch hier ist das Einkaufen fuer Nicht-Asiaten relativ unmoeglich.
Sehr interessant war auch der New York City Marathon am Sonntag. 50.000 Menschen nahmen daran teil und wurden von uns beim Zieleinlauf im Central Park angefeuert. Eigentlich waeren wir ja auch gerne mitgelaufen - einfach um das mal gemacht zu haben - aber leider wurden keine Anmeldungen mehr angenommen. Vielleicht in 10 Jahren (oder in einem anderen Leben..)?
Den Central Park selbst haben wir nun sehr ausfuehrlich erkundet. Jeden Tag verbrachten wir entweder unsere Mittagspause darin oder unternahmen einen Spaziergang in dieser gruenen Oase - an einem Tag liefen wir ihn von oben bis unten ab, man glaubt kaum, wie gross dieser Park inklusive Seen ist! Was man darin besonders haeufig antrifft: verschwitzte Jogger (die jetzt nach dem Marathon besonders motiviert scheinen), halsbrecherische Rennradfahrer, die auf normalsterbliche Fussgaenger wenig bis gar keine Ruecksicht nehmen und frischgebackene Brautpaare mit Fotografen im Ueberfluss. Und: die Strawberry Fields, eine Gedenkstaette fuer John Lennon, die ich mir nicht entgehen lassen wollte...
Das Highlight des heutigen Tages war wieder einmal der Besuch eines Aussichtsturms, aber dieses Mal handelte es sich um nichts Geringeres als das Empire State Building. Dort verbrachten wir den ganzen Nachmittag und den fruehen Abend, um die Aussicht bei Tage, den Sonnenuntergang - wieder wunderschoen! - und die Sicht bei Nacht (die in New York nicht unbedingt dunkel sein muss) zu geniessen.Das Wetter ist hier uebrigens trotz dem furchtbaren Schneesturm neulich wie im Sommer: Schnee findet man keinen mehr, Sonnenschein pur, teilweise ueber 20 Grad. Ich laufe im November mit dem T-Shirt durch New York! :)
Morgen ziehen wir mal wieder um: wir wechseln aber (zum Glueck!) noch nicht die Stadt, sondern nur die Unterkunft - die letzten fuenf Tage verbringen wir in einem Hostel mitten in Manhattan. Danach fliege ich wieder zurueck - nach Kanada. Dort werde ich ebenfalls Verwandte besuchen und endlich wieder meinen Laptop haben. Das heisst: in etwa einer Woche gibts endlich mal Bilder fuer alle bisher bilderlosen Artikel. Also nochmal reinschauen!
Bis bald :)
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