An diesem Abend passierten gleich zwei nicht sehr angenehme Dinge: zum einen wurde mir klar, dass ich zu viele Klamotten eingekauft hatte und mein Rucksack voll war; zum anderen hab ich es natürlich endlich geschafft, meinen Schlüsselbund im Schließfach einzuschließen. Des einen Leid, des anderen Freud: der hilfsbereite Typ hinter der Rezeption nahm sich einfach seine Riesenzange und brach abends um 10 Uhr mein Schließfach auf (was bei den anderen Mädels im Schlafsaal für Nervosität sorgte). Was dann? Neues Schloss kaufen! Na toll... Ist ja nicht so, dass ich keine Erfahrung mit diesem Problem hätte...

Am nächsten Tag war es dann auch endlich soweit: Ground Zero erwartete uns. Wir hatten schon ein paar Tage zuvor versucht, die 9/11-Gedenkstätte zu besuchen; naiv wie wir waren rechneten wir nicht mit amerikanischen Sicherheitsmaßnahmen. Die sehen so aus: ohne Voranmeldung im Internet und Termin läuft da gar nichts. Also hatten wir uns ein Date verschafft, das nun endlich anstand.Die Umsetzung dieses Denkmals ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Sehr touristisch, natürlich - dazu darf ICH mich auch nicht äußern - alle 5m gibts dann auch gleich zwei Sicherheitskameras auf einmal (what the hell?), aber alles in allem eine schöne Idee.
Nach zwei Nächten in unserer neuen Unterkunft (die übrigens wunderbar war!), mussten wir zum dritten Mal umziehen - was alles andere als wunderbar war. Das letzte Hostel auf der Reise war eher weniger ein Hostel als mehr ein...wie soll ich sagen...Loch. Weitere Beschreibungen spare ich mir lieber, sagen wir einfach: wie schön, dass ich da raus bin! :)

Später an diesem Tag stand ein Besuch bei der UNO an (natürlich auch mit Voranmeldung). Wir fühlten uns ziemlich wichtig, als wir mit einer kleinen Gruppe sehr exklusiv durch die Gebäude und auch DIE beiden Säle geführt wurden. Und es war sehr interessant, die verschiedenen Organe und demokratischen Strukturen dieser Organisation nochmals erklärt zu bekommen.Wir konnten die USA nicht verlassen, ohne in einem richtigen American BBQ gewesen zu sein. Tims Bestellung bestand aus ein paar gefühlten Kilo Fleisch und Pommes - und das nannte sich Baby Ribs! Was andere sich auftischen lassen haben, hat bei mir eher zu Übelkeit geführt...daran sind unsere zarten europäischen Mägen halt nicht gewöhnt ;) Daher feierten wir unseren Abschied mal wieder mit Sushi. Schon viel heimischer...
Der Abschied von unserer Unterkunft viel mir nicht besonders schwer - den restlichen Tag verbrachte ich damit, von New York nach Sault Ste. Marie, Kanada, zu reisen. Mit Umsteigen in Toronto war das eher nicht so spaßig: meine Freude, wieder in Kanada zu sein, teilten die Beamten von der Immigration nämlich nicht wirklich. Sowas unfreundliches...
Spannend daran war allerdings der Flug in einer winzigen Propellermaschine. Von Toronto nach Sault Ste. Marie, ca. 25 Leute, 10 Sitzreihen, total süß. Voll das Schulklassen-Feeling :)
Hier in Sault Ste. Marie wohne ich nun die nächsten drei Wochen bei Verwandten und schwelge total im Luxus eines eigenes Bettes und einer Dusche, die man ohne Badeschlappen betreten kann... herrlich :)
Und dann? Dann bin ich schon fast wieder zuhause! Die Weihnachtsdeko hier in den Malls ist zwar meiner Meinung nach noch etwas fehl am Platze, führt mir aber vor Augen, dass es nicht mehr lange hin ist. Also, dann bis bald :)
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